13. Windforce-Konferenz: Wie ausgewechselt

Das Gesprächsthema Nummer eins auf der diesjährigen Windforce-Konferenz waren die Ergebnisse der ersten deutschen Ausschreibungsrunde. Die Null-Cent-Gebote  haben das Selbstbewusstsein einer ganzen Branche wiedererweckt. Mein Bericht in Offshore Wind Industry.


13. Windforce-KonferenzNoch unter dem Eindruck der ersten Ausschreibungsrunde für Offshore-Windenergieprojekte in Deutschland hat vom 9. bis zum 11. Mai in Bremerhaven die 13. Windforce-Konferenz stattgefunden. In zwei Tagen die Vielfältigkeit der Offshore-Windbranche in ihrer Gänze abzubilden, ist selbstverständlich nicht möglich. Stattdessen hat es die WAB e.V. als Veranstalter geschafft, thematische Schwerpunkte zu setzen und die Branchenvertreter zu teilweise angeregten Diskussionen zu animieren.

An Nummer eins der Tagesordnung stand selbstverständlich die erste deutsche Ausschreibungsrunde. Drei der vier bewilligten Projekte kommen komplett ohne Förderung aus. Eine Zeitenwende, die in Bremerhaven prompt Forderungen nach einer Erweiterung oder gar der Abschaffung des Ausbaudeckels laut werden ließ. „Die Offshore-Windenergie hat ihre Wettbewerbsfähigkeit eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Deswegen fordert die Branche das Anheben der Ausbauziele“, sagte Andreas Wellbrock, Geschäftsführer der WAB.

Die politischen Vertreter in Bremerhaven erteilten dieser Forderung eine Abfuhr. „Den Deckel abzuschaffen, steht nicht auf der Agenda“, sagte etwa der SPD-Bundestagsabgeordnete Bernd Westphal. Der Grund dafür liegt unter anderem im viel zu langsamen Netzausbau. „Wir kommen beim Leitungsausbau nicht schnell genug voran“, gesteht Westphal. Das sieht auch Wellbrock so: „Wir fordern von der Politik, den verzögerten Netzausbau und die erforderliche Sektorenkopplung jetzt voranzutreiben“, sagte er. Nach Jahren des Jammerns stellt die deutsche Offshore-Windbranche wieder Forderungen. Ein Zeichen wiedererwachten Selbstbewusstseins. Denn Null-Cent-Geboten sei Dank.

Neben der deutschen Offshore-Branche waren die Entwicklungen der Offshore-Windkraft in Massachusetts ein weiteres Thema in Bremerhaven, ebenso wie der britische Offshore-Markt – Brexit hin oder her. Da die Konsequenzen eh nicht absehbar sind, hat die Branche beschlossen, den bevorstehenden Euroausstieg vorerst einfach zu ignorieren. So lobten britische Branchenvertreter die Geschäftsmöglichkeiten,  die sich europäischen Unternehmen in UK eröffneten. Daneben gewähren WAB-Mitgliedsunternehmen Einblicke in technologische Innovationen und optimierte Service- und Wartungskonzepte.