Zweite Ausschreibungsrunde onshore: Die Ergebnisse

Die Zweite Ausschreibungsrunde onshore brachte nicht nur fallende Preise, sondern auch eine Diskussion über Bürgerenergiegesellschaften und Auswüchse der Ausschreibungsmodalitäten. Die Ergebnisse hat wind-content.de in einer Grafik zusammengefasst.


Ergebnisse der zweiten Ausschreibungsrunde Windenergie an Land; Gebotstermin: 1. August 2017Die Bundesnetzagentur hat am 15. August 67 Geboten mit einem Gebotsumfang von 1.013 MW einen Zuschlag erteilt. Abgegeben worden waren 281 Gebote mit einem Volumen von 2.927 MW.

Der höchste Gebotswert, der noch einen Zuschlag erhalten konnte, betrug 4,29 ct/kWh.  Das niedrigste Gebot lag bei 3,50 ct/kWh. Der durchschnittliche Zuschlagswert ist im Vergleich zur ersten Runde um über 1 ct/kWh auf 4,28 ct/kWh gesunken.

Das Netzausbaugebiet hatte in dieser Ausschreibung keine Auswirkungen auf die Zuschlagsentscheidungen, da das zulässige Zuschlagsvolumen von 322 MW nicht erreicht wurde.

84 % der eingereichten Gebotsmenge stammten von Bürgerenergiegesellschaften. 60 Projekte hat die Bundesnetzagentur bewilligt. Sie bringen es beim Zuschlagsvolumen auf 95 %.

Kein Stich ohne Bürgerbeteiligung

In Meißen jedenfalls hat man dieser Tage alle Hände voll zu tun. Die UKA Umweltgerechte Kraftanlagen GmbH & Co. KG ist als der große Gewinner aus der zweiten Ausschreibungsrunde für Windenergieanlagen an Land hervorgegangen. Denn 660 MW, aufgeteilt auf 37 Einzelprojekte, hat die Bundesnetzagentur an Bürgerenergiegesellschaften vergeben, „aus deren Geboten ersichtlich wird, dass sie zumindest organisatorisch einem einzelnen Projektierer zuzuordnen sind“, wie die Agentur bekanntgab. Zusätzlich gingen fünf weitere Zuschläge mit zusammen 30 MW ohne Bürgerenergieprivileg an weitere Gesellschaften dieses Projektierers, der sich als UKA entpuppte.

Das Verfahren der Ausschreibungen für die Windbranche stand von der ersten Stunde an unter dem Vorzeichen, die Akteursvielfalt erhalten zu wollen. Gerade deswegen haben die Verantwortlichen vereinfachte Teilnahmebedingungen für Bürgerenergiegenossenschaften etabliert. Dass nun ausgerechnet diese Privilegien dazu führen, dass die Zuschläge derart geballt bei einem einzelnen Projektierer landen, war vor der ersten Ausschreibungsrunde nicht vorherzusehen. Nach der ersten Runde im Mai war aber zumindest ein anderer Trend zu erkennen: Schon damals gingen 96 % des Zuschlagsvolumens an Bürgerenergiegesellschaften.

Spätestens da musste man auf den Gedanken kommen, dass unter den derzeitigen Ausschreibungsmodalitäten Gebote von Bürgerenergiegesellschaften deutlich bevorteilt sind. Will man als Unternehmen also selbst zum Zuge kommen, scheint es logisch, darauf mit einem forcierten Engagement im Bereich Bürgerenergiegesellschaft zu reagieren – erst Recht, wenn man wie UKA in der ersten Runde leer ausgegangen war.

Mehr lesen Sie in meinem Artikel in der SONNE WIND & WÄRME 9/2017.