„Halbierung der Kosten macht neue Märkte attraktiv“

Für OFFSHORE WIND INDUSTRY habe ich ein Interview mit Norbert Giese (Senvion) geführt. Es ging um Kostensenkungen in der Offshore-Windenergie, um neue Märkte und darum, wie man sich als Senvion zwischen so Hersteller-Schwergewichten wie Siemens Gamesa auf der einen und MHI Vestas auf der anderen Seite fühlt.


Kostensenkungen in der Offshore-Windenergie: Halbierung der Kosten

In jüngerer Vergangenheit hat die Offshore-Windbrache mit enormen Kostensenkungen von sich hören gemacht. Danach befragt, wo diese Potenziale vornehmlich geschlummert hatten, sagt Nobert Giese (Senvion): „Ein wesentlicher Teil kommt einfach durch die Erfahrung, die wir mit über 12 GW installierter Leistung in Europa gemacht haben. Wir haben die Finanzierungskosten und die Reservekosten dramatisch gesenkt. Und wir haben einfach mehr Erfahrung in den Bereichen Transport, Häfen, Installation und Wartung.“ Das seien die wesentlichen Treiber, die zu dieser Kostensenkung geführt hätten. Dazu kämen die größeren Anlagen: „Die Preise in der Vergangenheit fußten häufig noch auf 3-MW-Anlagen“, sagt er.

Kostensenkungen in der Offshore-Windenergie machen neue Märkte attraktiv

Bemerkenswert findet er, dass innerhalb der Branche wirklich allen gleichermaßen bewusst gewesen sei, dass man die Kosten dramatisch senken müsse, wenn man im Wettstreit der erneuerbaren Energien mit vorangeschrittenen Technologien wie PV und Onshore-Wind mithalten wolle. „Mit der Halbierung der Kosten in den letzten drei bis fünf Jahren haben wir gezeigt, dass wir mithalten können“, zeigt er sich selbstbewusst. Und weiter: „Damit haben wir Offshore-Wind auch für die Länder attraktiv gemacht, die sich einen hohen Strompreis gar nicht leisten können.“

Norbert Giese…

…hat 1988 den ersten deutschen Bürgerwindpark mitgegründet. Viele Jahre lang war er bei der AN Windenergie GmbH beziehungsweise später der Siemens Wind Power GmbH in verschiedenen Positionen tätig, bevor er sich ab 2008 bei der REpower Systems AG vornehmlich um die Offshore-Diskussion kümmerte. Heute fungiert er bei Senvion als Vice President Agency & Government Relations.

Wie Senvion als Turbinenhersteller an den Kostensenkungen mitwirken konnte, wie viel Luft für weitere Kostensenkungen noch ist und wie man sich als Senvion zwischen so Hersteller-Schwergewichten wie Siemens Gamesa auf der einen und MHI Vestas auf der anderen Seite fühlt, lesen Sie im Interview in OFFSHORE WIND INDUSTRY 4/2017.